Sonntag, 15. September 2013

Sprachreise und Volunteering Costa Rica

Nachdem ich lange daraufhin gearbeitet hatte, konnte ich im Juli 2013 endlich meine langersehnte
Reise nach Costa Rica antreten. Geplant war zuerst zu einer Gastfamilie zu reisen und von dort aus
täglich an einem insgesamt 4-wöchigen Sprachkurs teilzunehmen. Gebucht hatte ich alles über den
Veranstalter LAL Sprachreisen, der zur FTI Group gehört.

Flug nach Costa Rica

Nach ca 14 Stunden Flug mit Condor nach San José und einer Anreise von insgesamt ca 20Stunden
kam ich sehr früh am Morgen bei meiner Gastmutter an, die mich herzlich in Empfang nahm. Da
meine Sprachkenntnisse zu diesem Zeitpunkt nur begrenzt vorhanden waren, haben wir uns zu
Anfang hauptsächlich mit Händen und Füßen verständigt, da meine Gastfamilie leider kein Englisch
sprach.

Die Sprachschule, die Academia Tica

lag ca. eine Stunde Autofahrt von der Hauptstadt entfernt, in San Isidro de Coronado. Meinen Schulweg konnte ich in ca. 20Minuten zu Fuß beschreiten. Als ichzum ersten Mal in die Schule kam, kannte ich natürlich noch keinen, jedoch wurde ich sofort herzlich empfangen. Zuerst musste ich einen Einstufungstest machen und wurde danach gemäß meinem Sprachniveau in eine Klasse eingeteilt. Diese bestand aus lediglich drei Schülern, sodass dem Lernerfolg kaum etwas im Wege stand. Die Teilnehmer der Schule kamen aus der ganzen Welt: Niederlande, England, USA oder Finnland – ich habe viele neue Kulturen kennen gelernt.
Somit hatte ich also fünfmal pro Woche morgens 3 Stunden Unterricht und am Nachmittag noch
einmal Einzelstunden, da ich diese vorab auch gebucht hatte.
Nach dem Unterricht habe ich mich dann meist mit den anderen Sprachschülern getroffen – wir
waren im Kino, haben zusammen gekocht oder sind in die Hauptstadt gefahren um diese zu
erkunden.


An den Wochenenden dann blieb uns Zeit um das Land zu entdecken. Freitags ging es dann nach
der Schule direkt zum Bus und los in Richtung verschiedener Ziele. So konnte ich an einem
Wochenende den Nationalpark Manuel Antonio erkunden, der für seine schönen Strände und
seinen Tierreichtum bekannt ist. Außerdem war ich auch an der Karibikküste in Puerto Viejo und
habe dort die etwas andere Art des Lebens kennen gelernt. Ein anderes Wochenende waren wir in
La Fortuna, am Vulkan Arenal. Dies liegt mitten im Land und somit konnte ich auch die kühle und
schroffe Seite des Landes kennenlernen. Spätestens jetzt konnte ich feststellen, wie unterschiedlich
die Landschaften und auch die Wetterlage in diesem kleinen Land sind. An den Küsten herrscht
herrlichstes Wetter, man findet die tollsten Strände und meist ist es sehr flach. Im Landesinneren
hingegen findet man hohe Berge, sogar aktive Vulkane, Nebel- und Regenwald und die
Temperaturen sind wesentlich kühler.

Abstecher nach Panama

Um in Mittelamerika noch ein weiteres Land kennen zu lernen, war ich außerdem noch in Panama,
genauer gesagt in Bocas del Toro. Dies sind viele kleine karibische Inseln, die zum Abschalten
perfekt geeignet sind.
Alles in allem empfehle ich jedem eine Sprachreise. Vorallem das Leben in der Gastfamilie ist sehr
schön, denn so lernt man die Eigenheiten und Lebensweißen der Einheimischen meiner Meinung
nach am Besten kennen. Auch der Sprachkurs war qualitativ sehr gut, weshalb ich behaupten
würde, dass mein Spanisch nun sehr gut ist. Die Lehrer sind kompetent und die Materialien sehr
hilfreich.

Traum vom Volunteering

Nachdem ich den akademischen Teil erledigt hatte, habe ich mir einen kleinen Traum erfüllt. Ich
hatte mir in Deutschland weitere fünf Leerwochen eingebucht, um ein Volunteering zu
absolvieren. Genauer gesagt habe ich in einer Aufzuchtstation für wilde Tiere gearbeitet, im Jaguar
Rescue Center. Es gibt dort Schlangen, Spinnen, Affen, Faultiere, Papageien, Waschbären,
Honigbären und viele andere Tiere, um die ich mich mit anderen Volunteers kümmern musste.
Aufgaben waren, die Gehege zu reinigen, die Tiere zu füttern oder auch einfach nur mit ihnen zu
spielen. Auch hier konnte ich mein Spanisch, aber auch mein Englisch, sehr verbessern. Dass es mir
gefallen würde, war mir vorher klar, dass ich mich jedoch regelrecht in die Tiere verliebt habe, war
mir vorher nicht klar. Daher fiel der Abschied sehr schwer. Sowohl die Tiere, auch als das Feeling
dieser Zeit werden mir wohl sehr fehlen.

Zum Abschluss meines Auslandsaufenthaltes habe ich noch eine Mietwagenrundreise 

durch Costa Rica geplant gehabt, weshalb ich nach knappen 10 Wochen Aufenthalt Besuch aus Deutschland bekam. Zu viert erkundeten wir nun das Land mit dem Auto. Auch hier haben wir wieder die verschiedensten Orte gesehen und die Diversität des Landes erfahren. Nach nur einigen Tagen konnten auch meine Mitreisenden verstehen, warum dieses Land so wunderbar ist. Zu meiner
Verwunderung ist das Straßennetz in Costa Rica gut ausgebaut. Sicher gibt es manchmal Straßen,
die bei Regen so überflutet werden, dass sie tagelang nicht befahrbar sind und man braucht auch
für die Strecken länger, als in Deutschland, denn da das Land aus vielen Nationalparks besteht, gibt
es keine Schnellstraßen DURCH die Parks, sondern man muss immer außen herum fahren. Dies
erschwert die Reise manchmal, jedoch gab es nie richtige Probleme.
Auch die Sicherheit im Land ist sehr gut. Natürlich muss man einige „Regeln“ einhalten, jedoch
hatte ich generell nie ein Gefühl der Angst oder des Unbehagens.
Reisetipps für Costa Rica kann ich nun natürlich in Hülle und Fülle geben, jedoch gibt es zwei Orte,
die mir besonders am Herzen liegen.
Zum einen wäre da Puerto Viejo, ein kleiner Ort an der Karibikküste. Hier habe ich die Zeit im
Volunteering verbracht, weshalb ich natürlich die Vorzüge des Ortes erkannt habe. Der Tourismus
ist hier schon angekommen, jedoch gibt es keine großen Hotelbunker oder Shoppingmalls. Dafür
aber viele kleine Läden, Stände und super Restaurants. Wohnen kann man in kleinen Hotels aller
Kategorien oder Hostels, die für wenig Geld einen super Standard bieten.
Die Menschen in Puerto Viejo leben das „Pura Vida“ und man spürt überall das Karibikfeeling. Der
Strand im Ort selbst ist nicht der schönste. Fährt man jedoch nur einige Kilometer mit dem Fahrrad
(das beliebteste Fortbewegungsmittel im Ort) zu den schönsten Stränden nach Punta Uva oder
Manzanillo. Auch Ausflüge lassen sich vom Ort aus gut machen, denn das Busnetz ist auch hier
sehr gut ausgebaut. So kann man die umliegenden Nationalparks wie Cahuita oder Manzanillo
erkunden, Schnorchel- oder Surftouren machen, zu Wasserfällen oder nach Tortuguero fahren.
Auch nach Panama ist es nicht weit. Für mich ist Puerto Viejo einer der schönsten Orte im Land.
Als zweiten Tipp empfehle ich Monteverde/Santa Elena. Leider ist hier der Tourismus schon sehr
verbreitet. Hotelbunker gibt es hier zwar auch nicht, jedoch viele Ausflugsbüros und man hat das
Gefühl, als bestünde der ganze Ort nur aus Touristen. Der Vorzug dieses Ortes ist jedoch der
zugehörige Nationalpark, der aus Nebelwald besteht. Diese Natur ist einfach atemberaubend. Man
ist wirklich mitten im Dschungel und hat auch die Chance wilde Tiere zu sehen. Pflicht ist hier eine
Canopy-Tour, typisch für Costa Rica und speziell für Monteverde. Die Anfahrt zum Ort selbst ist
zwar eine Qual, da die Straße eigentlich ein Ackerweg ist, jedoch lohnt sich die Mühe.
Costa Rica ist ein superschönes Land und hat fast für jeden Reisenden etwas zu bieten. Menschen,
die gern berühmte Gebäude oder anderen besondere Sehenswürdigkeiten suchen, sind hier
jedoch falsch, denn so etwas gibt es im Land kaum. Dafür gibt es aber viele andere Vorzüge, die
eine Reise wert sind!

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