Dienstag, 6. Januar 2015

Costa Rica Intensiv mit Tina

Einmonatige Sprachreise nach Costa Rica und Volunteering in einer Aufzuchtstation für wilde Tiere 

von Tina Knittel 


Nachdem ich lange daraufhin gearbeitet hatte, konnte ich im Juli 2013 endlich meine ersehnte
Reise nach Costa Rica antreten. Geplant war zuerst zu einer Gastfamilie zu reisen und von dort aus
täglich an einem insgesamt 4-wöchigen Sprachkurs teilzunehmen. Gebucht hatte ich alles über den
Veranstalter LAL Sprachreisen, der zur FTI Group gehört.
Nach rund 14 Stunden Flug mit Condor nach San José und einer Anreise von insgesamt knapp 20 Stunden, kam ich sehr früh am Morgen bei meiner Gastmutter an, die mich herzlich in Empfang nahm. Da meine Spanischkenntnisse zu diesem Zeitpunkt nur begrenzt vorhanden waren, haben wir uns zu Anfang hauptsächlich mit Händen und Füßen verständigt, da meine Gastfamilie leider kein Englisch sprach.

Spanisch lernen in Costa Rica
Die Sprachschule, die Academia Tica, lag eine Stunde Autofahrt von der Hauptstadt, Provinz San José, entfernt in San Isidro de Coronado. Meinen Schulweg war kurz. Nach 20 Minuten Fußweg war ich da. 

Als ich zum ersten Mal in die Schule kam wurde ich sofort herzlich empfangen. Zuerst musste ich einen Einstufungstest machen und wurde danach gemäß meinem Sprachniveau in eine Klasse eingeteilt. Diese bestand aus lediglich drei Schülern, sodass dem Lernerfolg kaum etwas im Wege stand. Die Teilnehmer der Schule kamen aus der ganzen Welt: Niederlande, England, USA oder Finnland – ich habe viele neue Kulturen kennen gelernt.
Mein Stundenplan umfasste täglich drei Stunden Unterricht in der Gruppe sowie am Nachmittag Einzelunterricht, den ich vorab gebucht hatte. 
Nach dem Unterricht habe ich mich oft mit den anderen Sprachschülern getroffen – wir
waren im Kino, haben zusammen gekocht oder sind in die Hauptstadt gefahren um diese zu
erkunden.

Costa Rica entdecken
An den Wochenenden blieb uns genügend Zeit um das Land zu entdecken. So konnte ich den Nationalpark Manuel Antonio erkunden, der für seine schönen Strände und seinen Tierreichtum bekannt ist. Außerdem war ich auch an der Karibikküste in Puerto Viejo. Ein anderes Wochenende besuchte ich in La Fortuna, am Vulkan Arenal. Dies liegt mitten im Land und somit konnte ich auch die kühle und schroffe Seite Costa Ricas kennenlernen. Spätestens jetzt zeigte sich, wie unterschiedlich die Landschaften und auch die Wetterlage in diesem kleinen Land sind. An den Küsten herrscht herrlichstes Wetter, man findet die tollsten Strände und meist ist es sehr flach. Im Landesinneren hingegen findet man hohe Berge, sogar aktive Vulkane, Nebel- und Regenwald und die Temperaturen sind wesentlich kühler.

Oh wie schön ist Panama
Um in Mittelamerika noch ein weiteres Land kennenzulernen, war ich außerdem noch in Panama,
genauer gesagt in Bocas del Toro. Dies sind viele kleine karibische Inseln, die zum Abschalten
perfekt geeignet sind.
Alles in allem kann ich die LAL Sprachreisen besonders jungen Menschen sehr empfehlen. Vorallem das Leben in der Gastfamilie ist sehr schön, denn so lernt man die Eigenheiten und Lebensweisen der Einheimischen meiner Meinung nach am Besten kennen. 
Auch der Sprachkurs war qualitativ sehr gut, weshalb ich behaupten würde, dass mein Spanisch nun sehr gut ist. Die Lehrer sind kompetent und die Materialien sehr hilfreich.

Jaguar Rescue Center: Volunteering in einer Aufzuchtstation
Nachdem ich den akademischen Teil abgeschlossen hatte, habe ich mir einen kleinen Traum erfüllt. Ich hatte mir in Deutschland weitere fünf Leerwochen eingebucht, um ein Volunteering zu
absolvieren. Genauer gesagt habe ich in einer Aufzuchtstation für wilde Tiere gearbeitet, im Jaguar
RescueCenter. Es gibt dort Schlangen, Spinnen, Affen, Faultiere, Papageien, Waschbären,
Honigbären und viele andere Tiere, um die ich mich mit anderen Volunteers kümmerte.
Zu den Aufgaben zählten, die Gehege zu reinigen, die Tiere zu füttern oder auch einfach nur mit ihnen zu spielen. Auch hier konnte ich mein Spanisch, aber auch mein Englisch, sehr verbessern. Dass es mir gefallen würde war mir vorher klar. Dass ich mich jedoch regelrecht in die Tiere verliebt habe, war nicht abzusehen. Daher fiel der Abschied sehr schwer. Sowohl die Tiere, auch als das Feeling dieser Zeit fehlen mir.

Mit dem Mietwagen durch Costa Rica
Zum Abschluss meines Auslandsaufenthaltes machte ich noch eine Mietwagenrundreise durch Costa
Rica. Gemeinsam mit drei Freunden aus Deutschland, die mich in Costa Rica besuchten, erkundeten wir nun das Land mit dem Auto. Auch hier haben wir wieder die verschiedensten Orte gesehen und die Diversität des Landes erfahren. Nach nur einigen Tagen konnten auch meine Mitreisenden verstehen, warum dieses Land so wunderbar ist. Zu meiner positiven Verwunderung ist das Straßennetz in Costa Rica gut ausgebaut. Sicher gibt es manchmal Straßen, die bei Regen so überflutet werden, dass sie tagelang nicht befahrbar sind. Auch braucht man
für die Strecken länger als beispielsweise in Deutschland. Viele Routen führen entweder direkt durch gebührenpflichtige Nationalparks oder eben außen herum. Dies erschwert die Reise manchmal, jedoch gab es nie richtige Probleme.
Auch die Sicherheit im Land ist sehr gut. Natürlich muss man einige „Regeln“ einhalten, jedoch
hatte ich generell nie ein Gefühl der Angst oder des Unbehagens.

Meine zwei Tipps für Costa Rica
Reisetipps für Costa Rica kann ich nun natürlich in Hülle und Fülle geben, jedoch gibt es zwei Orte,
die mir besonders am Herzen liegen.
Zum einen wäre da Puerto Viejo, ein kleiner Ort an der Karibikküste. Hier habe ich die Zeit im
Volunteering verbracht. Zwar ist der Tourismus hier schon angekommen, jedoch gibt es keine großen Hotelbunker oder Shoppingmalls. Dafür warten viele kleine Läden, Stände und super Restaurants auf Touristen und Einheimische. Wohnen kann man in kleinen Hotels aller Kategorien oder Hostels, die für wenig Geld einen super Standard bieten.
Die Menschen in Puerto Viejo leben das „Pura Vida“ und man spürt überall das Karibikfeeling. Der
Strand im Ort selbst ist nicht der schönste. Fährt man jedoch nur einige Kilometer mit dem Fahrrad
(das beliebteste Fortbewegungsmittel im Ort) gelangt man an die wunderschönen Strände in Punta Uva oder Manzanillo. Auch Ausflüge lassen sich vom Ort aus gut machen, denn das Busnetz ist
sehr gut ausgebaut. So kann man die umliegenden Nationalparks wie Cahuita oder Manzanillo
erkunden, Schnorchel- oder Surftouren machen, zu Wasserfällen oder nach Tortuguero fahren.
Auch nach Panama ist es nicht weit. Für mich ist Puerto Viejo einer der schönsten Orte im Land.

Als zweiten Tipp empfehle ich Monteverde/Santa Elena. Leider ist hier der Tourismus schon sehr
verbreitet. Hotelbunker gibt es zwar auch nicht, jedoch viele Ausflugbüros und man hat das
Gefühl, als bestünde der ganze Ort nur aus Touristen. Der Vorzug dieses Ortes ist jedoch der
zugehörige Nationalpark, der aus Nebelwald besteht. Diese Natur ist einfach atemberaubend. Man
ist wirklich mitten im Dschungel und hat auch die Chance wilde Tiere zu sehen. Pflicht ist hier eine
Canopy-Tour, typisch für Costa Rica und speziell für Monteverde. Die Anfahrt zum Ort selbst ist
zwar eine Strapaze, da die Straße eigentlich ein Ackerweg ist, jedoch lohnt sich die Mühe.

Costa Rica ist ein superschönes Land und hat fast für jeden Reisenden etwas zu bieten. Menschen,
die gern berühmte Gebäude oder andere besondere Sehenswürdigkeiten suchen, sind hier
jedoch falsch. So etwas gibt es im Land kaum. Dafür gibt es aber viele andere Vorzüge, die
eine Reise wert sind!

Konnte ich mit meinem Bericht Ihr Interesse wecken? Sprechen Sie mich gern an. 

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