Montag, 30. März 2015

Abenteuer Elternzeit in San Diego: Teil 4


Eltern sein in Hamburg und San Diego


Reisen mit Baby, vor allem als Erstlings-Mama, macht besonders sensibel für die Unterschiede bei der Kindererziehung in den verschiedenen Regionen. Mir fallen hier in San Diego jeden Tag Dinge auf, die ganz anders sind, die ich nie mit meinem Baby machen würde, die ich im Geburtsvorbereitungskurs ganz anders gelernt habe und die dennoch genauso richtig sind. Das beruhigt, entspannt und tut unglaublich gut. Es gibt einfach in so vielen Dingen kein 100% richtig - oder eben falsch. Eine tolle Erfahrung für mich als Mama auf Reisen in Elternzeit.
Downtown San Diego

Für mich bedeutet Reisen in der Elternzeit auch Vertrauen in die eigene Intuition, die täglichen Entscheidungen und das Handeln im Umgang mit meinem Kind zu gewinnen. Es bedeutet Freiheit. Freiheit von den Empfehlungen und Richtlinien in Deutschland, an die ich mich - aus großer Unsicherheit und Sorge heraus - fast immer gehalten habe. Ich bin ein Kopf-Mensch, der viel liest und verstehen will. Mir fällt es schwer auf mein Bauchgefühl zu hören. Hier in San Diego lerne ich so viel über mich und das Elternsein und werde dabei täglich entspannter und selbstbewusster.

Stiftung Warentest und die Kinderwagen



Vor einigen Wochen veröffentlichte Stiftung Warentest Testergebnisse von Kinderwagen. Ziemlich ernüchternd. Die Wannen seien zu klein, die Babys könnten nicht lange genug darin liegen und müssten zu schnell in die Sportkarre. Und nun? Reisen wir mit Wanne in die USA? Unser sechs Monate altes Baby kann definitiv noch nicht alleine sitzen. Aber es möchte gucken. Dabei sein. Die Welt entdecken. Also haben mein Mann und ich uns, entgegen jeglicher deutscher Empfehlungen, für die Sportkarre des Bugaboo Buffalo entschieden. Und ganz ehrlich. Für uns war die Entscheidung richtig. Hier fährt keine Mutter ihr Kind in der Wanne spazieren. Die gibt es kaum! Am Anfang liegen die Kleinen in der Babyschale und wenn sie den Kopf sicher halten können, geht's ab in die Sportkarre. Als ich am Strand zum ersten Mal eine kleinen Wurm in der Sportkarre mit nach vorne gerichtetem Blick gesehen habe, blieb mir fast das Herz stehen. Wie kann man nur? Geht! Machen hier so gut wie alle. Die Kinder sollen die Welt sehen. Wir schieben trotzdem mit Babys Blick zu uns. Das fühlt sich für mich besser an. Für mich!

Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei oder Avocado und Wassermelone


Papaya
Auch in Ernährungsfragen habe ich gelernt, dass es Unterschiede zwischen Hamburg und San Diego gibt. Mein Kinderarzt hat mir die Broschüre "Empfehlung für die Ernährung von Säuglingen" des FKE Dortmund empfohlen und ich habe mich bis zum Abflug danach gerichtet. Allerdings bin ich nicht weiter als bis zum Mittagsbrei gekommen, da ich knapp sechs Monate voll gestillt habe. In San Diego ist die Vielfalt an Gläschen äußerst gering. Vor allem, wenn es Bio sein soll - und das soll es dann doch. Viel besser als Brei gefällt meiner Kleinen frisches Obst, viel Avocado und Gurke. So ernähren hier auch die meisten Mütter ihre Kinder. Es wird lange gestillt und dann gibt es Brei oder Sticks aus frischem Obst und Gemüse sowie abends Getreidebrei. Wenig Fleisch. Vitamin D ist hier der Vollmilch zugesetzt, warum weiß ich nicht. Bei den vielen Sonnentagen im Jahr frage ich mich sowieso, warum Babys - und Erwachsene - noch extra Vitamin D brauchen. Für uns gibt es die Tabletten auf jeden Fall erst wieder in Deutschland. Und bis dahin gebe ich eine Mischung aus Muttermilch, Frucht- und Gemüsesticks, warmen Breien und Getreidebrei. Eben so wie es passt und wie der Hunger da ist. Nur Salz, Zucker und Geschmacksverstärker sind in San Diego genauso tabu wie in Hamburg. Beruhigend!

Viele Wege führen ans Ziel: Unterschiede entspannen

Es gibt noch 1000 weitere große und kleine Unterschiede, die mir hier begegnen. Im ersten Moment ist manches ungewohnt, ja sogar erstaunlich. Im zweiten Moment tut es mir persönlich einfach gut zu sehen, dass anders genauso richtig ist und mir mein mütterlicher Instinkt schon den für mein Baby richtigen Weg zeigt. Eine Mischung aus Hamburg und San Diego, aus Kartoffel und Avocado, aus Banane und Wassermelone. Allein für diese befreiende Erkenntnis hat sich für mich persönlich die Reise gelohnt. Und wenn ich entspannt bin, ist es auch meine Tochter - und auch mein Mann.

Ausflüge mit Baby und noch ganz viel auf der To-See-Liste

Potato Chip Rock
Die vielen Beobachtungen konnte ich natürlich nicht zuhause machen. Auch in den letzten Tagen haben wir viel unternommen und erlebt. Ganz ohne Kinderwagen, dafür mit der Manduca, haben wir uns gemeinsam mit Freunden auf den Weg zum Potato Chip Rock gemacht. Ein Foto musste natürlich für das Erinnerungsalbum gemacht werden. Das Meer und den Strand besuchen wir weiterhin täglich. Zum Spazierengehen, damit die Kleine beim Geräusch der Wellen schläft, zum Stand up Paddling, für ein Lagerfeuer oder um kleine Seehundbabys zu sehen. Es gibt einfach unendlich viele Gründe, jeden Tag von Neuem vom Strand begeistert zu sein.

Bird Rock Coffee Roaster
Ohne Kaffee geht's natürlich nicht. Vor allem, da wir nie durchschlafen. Das weiß hier wie in Deutschland ein kleiner Mensch ganz laut zu verhindern. Die Kaffeekultur in San Diego ist toll. Überall findet man kleine Röstereien. Gleich um die Ecke und super lecker ist das Bird Rock Coffee Roasters. Nicht günstig, aber lokal und unglaublich gut. Wir werden uns ein paar Pakete mitnehmen. Als Erinnerung und zum Genießen.






Noch eine Woche und ganz viel zu entdecken

Was steht noch an? Nur noch eine Woche. Dabei haben wir uns doch gerade so gut eingelebt. Aber wir können ja wiederkommen. Jetzt freuen wir uns erstmal auf eine Radtour durch San Diego, das Flower Field in Carlsbad, Torrey Pines und zum Abschluss eine Nacht in L.A. Ohne Disneyland. Leider. Das war dann doch zu teuer und etwas früh für unser Baby. Dafür hat sich bei der Hotelbuchung wieder einmal gezeigt, wie gut es ist, beim Reisebüro nachzufragen. Grit von der FlugbörseLeipzig konnte uns deutlich bessere Preise als Trivago, hrs und Co anbieten.

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